Aufruf zur Selbsthilfe

Kultur | Gerhard Midding | aus FALTER 25/07 vom 20.06.2007

FILM In Korea lockte Bong Joon-Hos "The Host" 13 Millionen Zuschauer ins Kino. Der Film ist Indiz für das neuerstarkte Selbstbewusstsein des koreanischen Films, der hier unumwundene Kritik an der Schutzmacht USA übt.

Der Koreaner Bong Joon-Ho ist ein Equilibrist. Die Verschmelzung des Disparaten, die Parallelführung von Genrekonventionen und persönlichem Drama sind ein Grundimpuls im Kino dieses Regisseurs. Sein vorangegangener Film "Memories of Murder" (über die Suche nach dem ersten Serienmörder in der Geschichte Koreas) verknüpft das Thrillergenre mit komödiantischen Zwischentönen und entwirft dabei ein stimmiges Zeitbild der Spätphase der Militärdiktatur. Sein neuer Film, "The Host", ist zugleich Horrorfilm, Familienmelodram, Politsatire, ökologische Klageschrift und Slapstickkomödie. In Korea wollten über 13 Millionen Zuschauer diesen Balanceakt sehen, ein umso staunenswerterer Rekord angesichts der Tatsache, dass das Land gerade einmal 47 Millionen Einwohner hat.

Der Film


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