Sonne halt!

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 25/07 vom 20.06.2007

FESTWOCHEN-TAGEBUCH (6) Letzte Woche: ein Diskursdesaster im Jugendstiltheater, eine "Zauberflöte" in achtzig Minuten und ein ganzer Roman in sechs Stunden.

Während der Wiener Festwochen befindet sich der Theaterredakteur im Ausnahmezustand. Frau und Kind bekommen ihn selten zu Gesicht, die Kollegen in der Redaktion fast nie. Einziges Lebenszeichen sind die zwischen den Aufführungen flüchtig notierten Eintragungen in sein Festwochen-Tagebuch.

Mittwoch, 13. Juni: Liebes Tagebuch! Wenn ich ins Theater gehe, dann gehe ich grundsätzlich davon aus, dass es gut wird. Aber heute Abend fällt es mir etwas schwer, unvoreingenommen ins Jugendstiltheater zu gehen. Erstes Alarmsignal: Im Kurier hatte die Aufführung nur einen Punkt (von fünf möglichen), ich kann mich nicht erinnern, wann es das zuletzt gegeben hat. Aber gut, Kollegen können irren. Zweites, noch lauter schrillendes Alarmsignal: Im Programmheft erklärt der Regisseur auf drei Seiten seine Inszenierung. Zitat: "Im szenischen Ablauf


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