Noch eine Bagatelle

Vorwort | Markus Marterbauer und Martin Schürz | aus FALTER 26/07 vom 27.06.2007

WIRTSCHAFT Schenkungen sind extrem ungleich verteilt. Nun droht ein neues Privileg der Reichen.

Geschenke machen glücklich. Noch mehr Freude bereiten sie dem Beschenkten, wenn sie nicht besteuert werden. Wir schenken einander ja vielerlei, Blumen, Schmuck oder eine Homepage mit Babyfotos. Wieso soll sich der Staat einmischen, wenn Menschen einander zugetan sind?

Die Mär von der Belastung des Mittelstands war die Erfolgsformel gegen die Erbschaftssteuer. Zwar hätten wir gerne wenigstens einen einzigen Fall eines Unternehmers kennengelernt, der seinen Betrieb wegen der Erbschaftssteuer aufgeben musste. Egal, Politik hat mehr mit anrührenden Geschichten und Bildern zu tun als mit rationalen Argumenten. Hinsichtlich einer Abschaffung der Schenkungssteuer kommt es nun wegen der erwarteten Dominoeffekte wenigstens zu einer politischen Diskussion. Die Steuereinnahmen sind zwar mit vierzig Millionen Euro pro Jahr so gering, dass sie natürlich nicht die getätigten Schenkungen spiegeln, doch


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