Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 26/07 vom 27.06.2007

Was war

Platzverbot für Hooligans Wer bei der Polizei dafür bekannt ist, bei Fußballspielen gewalttätig zu werden, darf künftig manche Duelle nur mehr vom Wachzimmer aus verfolgen. Die Regierung hat die Meldepflicht für Hooligans beschlossen. Rowdies werden zwei Wochen vor Anpfiff informiert und müssen während des Matches auf der Polizeistation sitzen. Die Regelung von Innenminister Günther Platter (ÖVP) kommt einem temporären Stadionverbot gleich und trifft zwischen 100 und 200 heimische Raufbolde. Mit diesem Schritt soll bei der Fußball-EM 2008 Gewalt verhindert werden. Justizministerin Maria Berger (SPÖ) hatte zuerst Platters Pläne kritisiert. Nun stimmte sie diesen zu und gab sich zufrieden, dass die angedachte "Präventivhaft" ausbleibe.

Was kommt

Mobilität für Arme Wer Sozialhilfe oder eine Mindestpension bezieht, darf ab April 2008 günstiger mit den Wiener Öffis unterwegs sein. Mit dem "Mobilpass", der eben erst im Rathaus beschlossen wurde, kostet eine Monatskarte statt 49,50 Euro nur 15,20 Euro. Und bei Einzelfahrten müssen Mindestrentner und Sozialhilfeempfänger nur mehr einen Halbpreis-Fahrschein zwicken. Kosten wird diese Aktion, von der insgesamt rund 100.000 Wiener profitieren werden, acht bis zehn Millionen Euro.

Was fehlt

Solidarität mit Rushdie Er selbst ist sich seines Lebens nicht mehr sicher. Nun soll Salman Rushdie von der Queen zum Ritter geschlagen werden. Ein symbolischer Akt der Solidarität des Westens, der etwa den pakistanischen Religionsminister dazu brachte, Selbstmordattentate zu rechtfertigen. Auch der Iran droht der Königin. Österreichs Muslime? Als dänische Karikaturisten Mohammed zeichneten, liefen viele auf die Straße, um gegen die "Herabwürdigung des Propheten" zu protestieren. Gegen die Herabwürdigung des Islam durch die Radikalen aber protestiert kein Vertreter der Glaubensgemeinschaft öffentlich. Auf Anfrage des Falter wollte sich die Gemeinde nicht mit Rushdie solidarisieren.


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