Nike's Nightmare

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 26/07 vom 27.06.2007

SWEATSHOPS Jeff Ballinger deckte in den Neunzigern die Arbeitsbedingungen in asiatischen Fabriken auf und brachte Nike in Verlegenheit. Woran aber erkennt man Sklavenarbeit? Ein Einkaufsbummel in Wien.

Ein schickes Geschäft auf der Mariahilfer Straße, mit Khakihosen und farbigen Shirts. Dahinter hängt das rote Logo von Esprit. "Kann ich behilflich sein?", fragt die Verkäuferin. Jeff Ballinger ist zu beschäftigt, um das zu hören. Der 53-Jährige betrachtet eine Damenbluse. Zuerst den Ausschnitt, dann innen die Nähte. Nach ein paar Griffen und einem genauen Blick sagt er: "Das ist merkwürdig. Die Etikettierung fehlt." Waschanleitung und Logo sind zwar zu finden, nicht aber das "Made in"-Zeichen. Das stößt den Amerikaner vor den Kopf. In den USA muss das Produktionsland der Kleidung ausgewiesen werden. In der EU geschieht das jedoch freiwillig. Ballinger schüttelt darüber nur den Kopf. "So fehlt jede Möglichkeit, nachzuvollziehen, woher die Kleidung kommt."

Ballinger ist es nicht


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