Grün, aber sexy

Politik | Robert Misik | aus FALTER 26/07 vom 27.06.2007

ESSAY Verzicht statt Konsum? Das war einmal. In rasantem Tempo amerikanisiert sich der Ökojargon. Jetzt wird auf den Markt gesetzt, auf schlaue Fabrikanten und bewusste Konsumenten.

Wenn man in diesen Tagen grünen Politikern gegenübersitzt, wirken sie etwas unglücklich - unabhängig davon, ob es sich dabei um deutsche oder österreichische Grün-Funktionäre handelt. Das eigenständige grüne Profil zu pflegen - fast unmöglich heutzutage. Die grünen Themen: keine Aufreger. Im politischen Meinungsstreit ginge es nur um das Soziale, um die Gerechtigkeitsfrage, um Bildung und Wirtschaft. Verschärfend hinzu kommt: Umweltbewusst sind doch schon alle.

Es ist ein Paradoxon. Noch nie war Ökosensibilität so populär wie heute. Mehr noch: Es gibt ein genuin grünes Milieu, das ziemlich stabil ist und einen eigenen Lebensstil pflegt. Es shoppt im Biosupermarkt, lässt sich den bewussten Konsum etwas kosten, schläft auf Naturkautschukmatratzen von der Grünen Erde und gönnt sich gelegentlich


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