Fernsehen

Medien | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 26/07 vom 27.06.2007

Sabine Christiansen, einst die ARD-Wunderwaffe gegen Polit-Talk-Konkurrenz des Privatfernsehens, hat am Sonntag die letzte nach ihr benannte Sendung aus der Berliner Studiokugel hinter sich gebracht. Und meist war die Studiokugel in den vergangenen zehn Jahren auch schon das Spannendste an "Sabine Christiansen". Okay, wir schauten wirklich nicht jeden Sonntag bei Deutschlands quotenbringendster Journalistin vorbei. Doch manchmal haben wir uns nach dem "Tatort" die Kugeldame gegeben. Fehlendes Nachfragen, affirmatives Wohlreden, zu wenig Biss: Was wurde Frau Christiansen nicht alles vorgeworfen. Dann noch die Sache mit der Ablöse, der Abschied auf Raten. Zur letzten Sendung gab es eine Zweierrunde mit dem deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler, was ganz gut passte, denn Gastgeberin und Gast harmonierten in ihrer Harm- und Humorlosigkeit perfekt. Was der ORF von "Sabine Christiansen" und der ARD lernen könnte? Die Sache durchziehen, sich nicht gleich beirren lassen. Und überlegen, was man selbst in den letzten zehn Jahren am selben Sendeplatz so alles verbockt hat.


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