Kommentar

Staatstrauer für einen Liedermacher

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 26/07 vom 27.06.2007

Im Kurier war am vergangenen Samstag im Kommentar auf Seite 1 der Text des Georg-Danzer-Songs "Lass mi amoi no d' Sunn aufgeh' segn" abgedruckt. Eine in der österreichischen Mediengeschichte vermutlich singuläre Geste, die symptomatisch ist für die Wellen, die Danzers Tod geschlagen hat (siehe auch den Nachruf auf Seite 63). Alle Zeitungen hatten die Meldung auf der Titelseite, der ORF stellte sein Wochenendprogramm auf den Kopf, beim Donauinselfest bewegte Rainhard Fendrichs Danzer-Tribute Hunderttausende Fans, und sogar im Szenelokal Blue Box wurde am Samstag nur Danzer aufgelegt: Staatstrauer für einen Liedermacher.

Die Reaktionen sind angemessen, kommen aber auch ein wenig überraschend. Erstens gilt der Austropop, zu dessen Gründungsvätern Georg Danzer zählt, schon seit längerem als hoffnungslos antiquiertes Genre; sogar Ö3, wo man Danzer am Wochenende stundenlang nachweinte, hat ihn längst auf den Index gesetzt. Zweitens stand Danzer zeitlebens im Schatten seiner beim großen


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