Museum auf Abruf

Bei Tageslicht betrachtet

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 26/07 vom 27.06.2007

Die Kulturabteilung der Stadt Wien sammelt seit den Fünfzigerjahren Arbeiten von hiesigen Künstlern und hat seither 16.500 Kunstwerken angesammelt. Für die Künstler stellt die Einrichtung eine indirekte Förderungsmöglichkeit dar, bei der sie alle zwei Jahre auf einen Ankauf hoffen dürfen; für die Öffentlichkeit bedeutet die Sammlung auch ein wichtiges Archiv. Bisher war das Museum auf Abruf, das regelmäßig einen winzigen Sammlungsausschnitt zutage fördert, in einer wenig attraktiven Galerie beim Schillerplatz untergebracht. Seit letzter Woche residiert die jetzt in "Musa" umbenannte Institution auf 600 Quadratmetern neben dem Rathaus. Das Büro Kiskan Kaufmann Architekten hat einen Innenhof mit einem riesigen Glasdach überdeckt, unter dem die Ausstellungen nun bei Tageslicht stattfinden können. Für die erste Schau "Lange nicht gesehen" wurde Iara Boubnova, Direktorin des Institute of Contemporary Art Sofia, zur Auswahl gebeten. Herausgekommen ist eine disparate Ausstellung, die trotz der Suche nach formalen Leitlinien wenig überzeugend wirkt und als Auftaktpräsentation des gelungenen neuen Ortes enttäuscht. Was nicht heißen soll, dass keine guten Arbeiten präsentiert werden, sondern dass ihre Zusammenstellung nicht funktioniert. Der Blick von außen muss eben nicht zwangsläufig ein frischer sein.

Bis 30.8. im Musa - Museum auf Abruf.


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