Lob des Streits

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 27/07 vom 04.07.2007

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Ihre harmoniesüchtigen Kritiker sind entsetzt: Die Koalition streitet vor sich hin. Na und?

Dies ist die Koalition des Streits. Ihr Sinnbild ist das gebissene Haxl, ihre berufstypische Bewegung ist der abwehrend erhobene Ellenbogen, ihr Herold ist der missmutige Kommentator, der von ihr schon genug hatte, ehe es sie überhaupt gab. Löst euch doch auf, so wird das nichts, ruft der Kommentator, und er hat Schlagzeilen: "Nichts geht mehr", heißt es in Rosa, und in Blau: "Die große Koalition tut genau das, was von ihr zu erwarten war: Sie funktioniert grundsätzlich nicht." So ist er, der österreichische Zeitungsliberalismus, die softere Variante erscheint auf Rosa, die etwas markigere, rechtsliberale in der Bubenfarbe Blau.

Sie sind nicht allein. Keine Zeitung des Landes - den ORF als Sonderfall können wir ausnahmsweise einmal beiseitelassen - ist zufrieden mit dieser Regierung. Das ist in Ordnung, denn nur ein herrschendes Missverständnis betrachtet die durchgängige


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