Der Anfang vom Ende

Politik | Eva Blimlinger und Peter Melichar | aus FALTER 27/07 vom 04.07.2007

ZEITGESCHICHTE Vor achtzig Jahren wurden die "Arbeitermörder von Schattendorf" freigesprochen. Tags darauf brannte der Justizpalast und die junge Republik geriet ins Wanken. Eine Collage historische Dokumente.

Dieses Urteil war ein Skandal. Am 14. Juli 1927 sprach ein Geschworenengericht drei Frontkämpfer frei. Die Kaisertreuen hatten im burgenländischen Schattendorf auf eine Gruppe sozialdemokratischer Schutzbündler geschossen und dabei einen achtjährigen Schüler und einen vierzigjährigen kriegsinvaliden Hilfsarbeiter getötet. Am Tag danach titelte die christlich-soziale, antisemitische Reichspost: "Ein klares Urteil". Die Arbeiter-Zeitung hingegen schrieb: "Die Arbeitermörder freigesprochen. Der Bluttag von Schattendorf ungesühnt."

Noch am Abend des 14. Juli versammelten sich Betriebsräte im sozialdemokratischen Vorwärts-Verlag, um Demonstrationen und Streiks vorzubereiten. Doch die Parteiführung konnte sich dazu nicht entschließen, sondern versuchte, die aufgebrachten Genossen


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