Frau Nystuen passt auf

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 27/07 vom 04.07.2007

NORWEGEN Sie verdienen Milliarden mit ihrem Öl und haben eine sichere Zukunft vor sich. Den Norwegern ist das zu wenig. Sie wollen ihr Geld auch ethisch korrekt anlegen. Davon kann Österreich lernen.

Die USA schäumten, der amerikanische Botschafter protestierte, und manche Kommentatoren orteten Antiamerikanismus. Es half alles nichts. Vor einem Jahr verkaufte der staatliche Pensionsfonds Norwegens seine Anteile am Einzelhändler Wal-Mart. 320 Millionen Euro hatten die Norweger zuvor in den US-Riesen gesteckt und dann aus ethischen Gründen zurückgezogen. Die Skandinavier warfen Wal-Mart vor, bei seinen Zulieferern Kinderarbeit zu tolerieren und Gewerkschaftsgründungen zu blockieren. Solche Menschenrechtsverstöße akzeptieren sie in ihrem Pensionsfonds nicht. Sie können sich das auch leisten: Mit einem Wert von rund 240 Milliarden Euro besitzt der Staat den größten öffentlichen Fonds Europas. Was die Norweger am Öl verdienen, fließt in den Fonds. Finanzielle Ängste haben sie


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