Fauler Apfel im Paradies

Kultur | aus FALTER 27/07 vom 04.07.2007

RESTITUTION Nach Restitutionen von Kunstwerken aus jüdischem Besitz geraten nun auch die ethnographischen Sammlungen ins Zwielicht. Der "Falter" sammelte Kommentare zum Thema.

Christian Feest kritisiert zu Recht die heute weitverbreitete Annahme, dass ein Großteil der in den westlichen Museen aufbewahrten ethnografischen Objekte durch Diebstähle, Plünderungen und Erpressungen an diese gelangt sei. Tatsächlich sind es zumeist Geschenke oder Kaufgut, die ohne jegliche Gewalt erworben wurden. Der Aufbewahrung von Gegenständen wurde in traditionellen exotischen Kulturen kaum Bedeutung beigemessen.

Die Funktion eines Gegenstandes war jeweils an seinen Herstellungszusammenhang und rituellen Kontext gebunden, wobei Produktion und Ritual oft zusammenfielen, und sobald sich sein Nutzwert erschöpfte, wurde er entsorgt. Kam nun ein Weißer des Weges, der sich für ein Objekt interessierte, wurde für gewöhnlich ein Handel abgeschlossen, wenn auch oft um einen lächerlichen Preis. Wenn diese


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