Alles auf einmal

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 27/07 vom 04.07.2007

KUNST Das Museum moderner Kunst stellt das Werk des deutschen Malers Sigmar Polke vor, dessen einziger Makel sein Erfolg ist.

Es ist fast unmöglich, dem deutschen Maler Sigmar Polke am Zeug zu flicken. Er lässt sich weder auf das Label Abstraktion noch auf jenes des Figurativen festlegen. Farbflächen lockert er mit grafischen Elementen auf. Durch die Verwendung transparenter Polyesterfolien oder von Hemdenstoffen als Bildgrund stemmt er sich gegen die metaphysische Schwere von Leinwänden. Er saugt kunstgeschichtliche Zitate ebenso auf wie Bildschnipsel aus der Werbung und aus Illustrierten. Er liebt die zwänglerische Geometrie des Rasters und die amorphe Malmasse des Farbflecks, kalkulierte Collagetechnik und eruptive Schüttungen. Mit Bildtiteln wie "Tischerücken" oder "Jenseitskontakte" lässt der notorische Interviewverweigerer die Überzeugung durchblicken, dass sich ein Künstler mit den höheren Mächten gutstellen sollte, so er von ihnen nicht mit versiegender Inspiration und


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige