Tier der Woche

Urlaubsziele (1)


Peter Iwaniewicz

Stadtleben | aus FALTER 27/07 vom 04.07.2007

Viele Jahre sind vergangen, viele Jahre sind dahin,

und es zieht ein heiß' Verlangen, immer mich zum Wildbach hin

(Volkslied)

Der zweitlängste Fluss Italiens, die Etsch, durchfließt das wilde Trentino, das manchereiner gerne auch noch Welschtirol nennt. Hier wird italienisch und ladinisch gesprochen, hier leben Tiroler Schützen und hier agitiert die PATT, die Partito Autonomista Trentino Tirolese. Hohe Berge und dunkler Tann, katholische Menschen und brave Rehe. Aber selbst bis hierher dringt der faulige Odem westlicher Dekadenz. Trutzige Waidmänner observierten junges Rotwild, das sich nicht ortsüblicherweise scheu benahm, sondern durch "ungewöhnliches Verhalten", "hohe Sprünge" und "Schlafen auf Straßen" aufgefallen war. Man nahm die Fährte auf und folgte dieser bis zu einem Gebirgswald nördlich von Rovereto, wo unsere Freunde im grünen Rock auf einen Drogenhain stießen. Hunderte Hanfstauden - oder wie der Italiener sagt: canapa - lungerten ungebührlich zwischen ortsansässigen

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