Arbeitsrecht

Wer kocht hier umsonst Kaffee?

Politik | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

Viele haben eine grobe Vorstellung, was ein Praktikant ist. Die deckt sich aber oft nicht mit der arbeitsrechtlichen Situation. Denn es gibt zwei Möglichkeiten, in einem Unternehmen vorbeizuschnuppern: als Praktikant oder als Volontär.

Ein Praktikum ist eine Beschäftigung, bei der der Lernzweck im Vordergrund steht. Wenn ein Praktikant im Betrieb mitarbeitet und weisungsgebunden ist, besteht ein Dienstverhältnis zwischen ihm und dem Arbeitgeber. Das heißt, der Praktikant hat auch Anspruch auf Sozialversicherung und ein Entgelt nach dem Kollektivvertrag. Manche Kollektivverträge schließen Praktikanten aber auch dezidiert aus. Auch wenn dem so ist, gelten noch immer die allgemeinen arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Die betroffenen Praktikanten können oft noch immer nach dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch eine Entschädigung für die geleistete Arbeit fordern.

Ein Volontär hat weniger Rechte als ein Praktikant. Für ihn gilt der Kollektivvertrag nicht. Er befindet sich zwar auch in einem Ausbildungs-, aber in keinem Arbeitsverhältnis. Er ist demnach nicht weisungsgebunden, muss weder arbeiten noch Kaffee für die Vorgesetzten kochen und hat keine verpflichtenden Arbeitszeiten. Für den Unternehmer ist der Volontär besonders günstig. Solange er nichts oder nur ein Taschengeld bezieht, muss er nicht sozialversichert, sondern lediglich unfallversichert sein. Wenn ein Volontär von seinem Chef einen Arbeitsauftrag erhält, besteht jedoch wieder ein Dienstverhältnis, für das die kollektivvertraglichen Regeln gelten.


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