"Sehr geehrter Prof. Streissler ..."

Politik | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

STEUERN "Offengelegte Naivität": Im "Falter" 27/07 kritisierte der Ökonom Erich W. Streissler seine Kollegen Markus Marterbauer und Martin Schürz, weil sie für die Schenkungssteuer plädieren. Zwei ehemalige Streissler-Schüler antworten.

Fragen der Steuermoral sind an meinem Arbeitsplatz Alltag. Nicht immer ist diese Tugend stark ausgeprägt. Niemandem in unserem Ministerium würde es aber einfallen, Steuern nur deshalb abzuschaffen, weil sie ungern gezahlt werden. Das Argument der Bagatellesteuer, die mehr koste, als sie einbringe, ist auch bei der Schenkungssteuer mit einem durchschnittlichen Aufkommen von 35 Millionen Euro falsch. Wenn alle 300 Finanzbeamten in den Gebührenabteilungen nur mit Schenkungsfällen beschäftigt wären (was nicht der Fall ist), würden sich die Kosten auf zehn Millionen Euro belaufen. Selbst dann würde dem Staat von der Schenkungssteuer ein "Nettogewinn" von 25 Millionen bleiben.

Der Staat hat auch die Aufgaben, für Verteilungsgerechtigkeit und Leistungsanreize


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