Kommentar

Künstlerselbstmorde: bigger than death?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

Am vergangenen Wochenende hat sich der 56-jährige Matthias Mayer das Leben genommen. Der besser als "Hias" bekannte Entertainer ist das bisher letzte Opfer einer Selbstmordserie, die seit Wochen in der Kulturwelt grassiert. Marie Zimmermann, Schauspieldirektorin der Wiener Festwochen, der Theaterregisseur Georg Staudacher, der Filmemacher Jörg Kalt: Alle diese Todesfälle sind zunächst natürlich tragische Einzelschicksale. Jede und jeder hat seine eigene Leidensgeschichte, die von außen nur ansatzweise erfasst werden kann. Und doch laufen die Tragödien nach einem Muster ab. Obwohl alle unter Depressionen litten, kam ihr Tod auch für nahe Bekannte überraschend.

Nichts Ungewöhnliches, erklärt der Psychiater August Ruhs in einem Falter-Interview zum Thema (siehe Seite 52). Gerade vor einem Suizid sei oft "eine gewisse Unauffälligkeit und scheinbare Konsolidierung" festzustellen. Die auffällige Häufung von Suizidfällen im Kunstbereich wiederum sei zum Teil auf die vielen Künstlern


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