Jörg Kalt (1967-2007)

Leuchtendes Grau

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

Vor fünf Jahren, als die internationale Presse die Nouvelle Vague Viennoise, die Erfolgswelle des "typisch österreichischen", düsteren Sozialrealismus ausrief, war da ein Film, der machte alles anders. "Richtung Zukunft durch die Nacht", eine obskure kleine Liebesgeschichte, poppig und bunt, deren Form in zunehmendem Maße am Inhalt rüttelt: Ein Koch und eine Filmstudentin, gespielt von Simon Schwarz und Kathrin Resetarits, lernen sich in der Disco kennen. Doch die Unterhaltung fällt schwer, sind doch die Lippen der Frau ihren Worten stets einen Sprung voraus. Ab der Mitte des Films wird die Asynchronizität komplett: Alles spricht, tanzt, isst nun im Rückwärtsgang von Minute dreißig zurück an den Anfang. Allein der irritierte Held lebt in gegenläufiger Richtung. "Richtung Zukunft durch die Nacht" ist der seltsamste und vielleicht auch schönste Film von Jörg Kalt.

Geboren 1967 in Suresnes bei Paris, wuchs Kalt in Deutschland und der Schweiz auf, absolvierte ein Volontariat beim


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