Es gibt hier nichts zu sehen

Kultur | Jan Tabor | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

ARCHITEKTUR Durch den Umbau des Hotels und des Restaurants auf dem Kahlenberg wurde ein volkstümliches Ausflugsziel in einen elitären VIP-Bereich verwandelt.

Aus der geräumigen Aussichtsterrasse ist ein Klopfbalkon geworden. Vor zwei Jahren gab es hier den allerschönsten Panoramablick auf Wien. Von dem einstigen Zielpunkt für Touristen aus allen Ecken der Welt ist ein schmaler Spalt übrig geblieben, zwischen einer alten Gartenmauer und dem neuen Apartmentterrassenhaus. Dieses wurde auf die Stelle der demokratischen Panoramaplattform von jenem Platz hingerückt, wo das 1967 fertiggestellte Kahlenberg-Hotel stand, zuletzt eine langjährige imposante Ruine mit den eindeutigen Merkmalen einer vortrefflichen Spekulationsimmobilie.

Damit wurden das 1935 von Erich Boltenstern erbaute Ausflugsrestaurant - zuletzt eine jämmerliche, widerwillig und zu spät unter Denkmalschutz gestellte Semiruine - und der Platz nach dem 1967 hinzugebauten und nun demolierten Hotel städtebaulich wieder abgekoppelt.


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