Großes Künstler-Theater

Nicole Scheyerer | Kultur | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

KUNST Antje Schiffers und Jens Haaning erkunden in der Secession Österreichs Land- und Geldwirtschaft. Währenddessen drohen die internen Konflikte der Künstlervereinigung außer Kontrolle zu geraten.

Die Kuppel der Wiener Secession lässt sich mit einer Baumkrone vergleichen. Im schützenden Schatten des goldenen Kuppelblattwerks tummeln sich Künstler und Kunstfreunde. Mitunter knarzt es aber auch bedrohlich im Gehölz. Dann erscheinen die krönenden Lorbeerblätter ob des unrühmlichen Verhaltens ihrer Schutzbefohlenen recht deplatziert. Das war 1905 so, als dem jungen Bäumchen von Künstlern ein Ast abgebrochen wurde. Eine Gruppe um Gustav Klimt verließ damals tosend die Künstlervereinigung, weil sie Kunst und Kunsthandwerk nicht vermischt sehen wollte. Ähnlich heftig krachte es bei den Vorstandswahlen letztes Jahr, die zum Vereinsaustritt renommierter Künstler sowie des Expräsidenten Matthias Herrmann führten. Dieser Tage liegt wieder knisternde Spannung in den Zweigen. Ausgerechnet

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