Buch der Stunde

Wie hingehaucht

Kultur | Tobias Heyl | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

Verehrt von Karl Kraus, von Adolf Loos bewundert und durch Alban Berg vertont, ist es das Schicksal von Peter Altenberg, oft zitiert und kaum gelesen zu werden. Als Pappmachéfigur erfreut er die Touristen im Café Central - und wartet ansonsten auf bessere Zeiten. Die könnten nun gekommen sein, denn sein Debüt "Wie ich es sehe" ist in einer von Burkhard Spinnen sorgfältig betreuten Neuausgabe wieder zugänglich. Wichtigster Vorzug dieses Bandes, der seine Entstehung seinerzeit der Initiative von Karl Kraus verdankte: Er gibt dem Werk Altenbergs, das sich bei jeder unbedarften Annäherung in eine riesige Wolke kleiner und kleinster Prosastücke aufzulösen droht, ein Minimum an Form. Und in dieser Form wird Altenberg als der erkennbar, der er natürlich schon immer war: einer der ganz Großen der Literatur des 20. Jahrhunderts.

Man vergesse alle Klischees, die seit dem Revival des Wiener Fin de Siècle den Blick auf Altenberg verstellt haben und lasse sich auf diese Prosabilder, auf diese


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