Mehr Nasch als Markt


Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 28/07 vom 11.07.2007

INSTITUTION Prosecco statt Sauerkraut, Szenevolk statt Gemüse. Wird der Naschmarkt zu Wiens neuem Bermudadreieck? Die Standler schlagen Alarm.

Die Touristen sind begeistert: so bunt, so vielfältig, so multikulturell, so nahe an der frischen Ware. Kein Spuckschutz, keine Griffbarrieren, Kühlvorhänge oder Pollenfilter wie im Lebensmittelhandel sonst üblich; und erst das Publikum: jung und lässig.

So üppig auch das Warenangebot, so entspannt die Szene - der Naschmarkt als Wiener Sonderfall. Eine Gruppe französischer Wienbesucher steht vor dem Stand von Elisabeth Jarosch: "Quels fruits!" Auch die Chiller, Typen mit Tocotronicfrisuren, Möchtegern-oder Exberliner finden's super: DJs schon am Nachmittag. Bier aus mittelständischen Kleinbrauereien. Italienischer Espresso und viel Raum, um die hart erarbeitete Lässigkeit einem gleichgesinnten Publikum vorzuführen, und dann noch Sonnenschein.

Der Naschmarkt ist der hippste Winkel Wiens. Wo vor kurzem noch ältere Damen mit ihren Dackeln

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