General im Labyrinth

Vorwort | Bernd Dörler | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

KOMMENTAR Das Doppelspiel Musharrafs als US-Verbündeter und Islamisten-Schutzherr droht ihn den Kopf zu kosten - nicht nur politisch.

Waren es 73 Tote, wie die pakistanische Armee behauptet? Oder kamen beim Sturm auf die Rote Moschee über 300 Koranschüler ums Leben, die sich wochenlang schwerbewaffnet im Zentrum der Hauptstadt Islamabad verschanzt hatten? Egal wie hoch der Blutzoll ist: Das Massaker markiert den blutigen Höhepunkt einer zerstörerischen Dynamik, welche die Islamische Republik Pakistan durch den wachsenden Einfluss von fanatischen Mullahs in Anarchie und Chaos stürzen kann. Es wäre für den Subkontinent, wo sich seit der Teilung 1948 die verfeindeten Brüder Indien und Pakistan mit Atomwaffen belauern, und für den von den USA geleiteten "Kampf gegen den Terror" ein dramatischer Rückschritt, mit unabsehbaren Folgen weit über die Region hinaus.

Im Zentrum der Staatskrise steht Pervez Musharraf, 63. Der General mit dem smarten Schnauzer hatte sich 1999 an die Macht geputscht.


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