Ein Leben

Leon Zelman

Politik | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

Geboren 1928 im polnische Szczekociny.

Beim Einmarsch der deutschen Armee starb 1939 der Vater, Leon kam mit Mutter und Bruder nach Lodz, 1940 ins Ghetto. Die Mutter verhungerte dort 1942 vor seinen Augen, Zelman und sein Bruder wurden 1944 nach Auschwitz, dann in die Konzentrationslager Falkenberg und Wolfsberg gebracht. In Wolfsberg starb der Bruder.

Über Todesmärsche kam Zelman nach Mauthausen und Ebensee, wo er am 6. Mai 1945 von den Amerikanern befreit wurde. Er war 178 Zentimeter groß und wog 38 Kilo.

1946 kam Zelman nach Wien. Auswanderungspläne in die USA scheiterten wegen seiner Tuberkulose. Er besuchte die Maturaschule und studierte Zeitungswissenschaften. 1953 bis 1959 war er Präsident der Vereinigung Jüdischer Hochschüler. 1951 begründete er mit anderen die Zeitschrift Das Jüdische Echo.

1963 baute Zelman die Israelabteilung des Österreichischen Verkehrsbüros auf, Ende 1980 gründete er mit Unterstützung des Wiener Stadtrats Heinz Nittel das Jewish Welcome Service (JWS). Diese Organisation lädt vertriebene Juden und deren Nachkommen nach Wien ein. Leon Zelman erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen; seine Ernennung zum Wiener Ehrenbürger erlebte er nicht mehr.

Buch: Ein Leben nach dem Überleben. Aufgezeichnet von Armin Thurnher.

1. Auflage 1995, Neuauflage 2005

(Kremayr & Scheriau). 228 S.; € 19,90


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige