Brüssel oder Teheran

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

TÜRKEI Die türkische Gesellschaft ringt mit sich selbst um eine bessere Zukunft. Nach den Wahlen am kommenden Sonntag geht es in die entscheidende Runde.

Die Welt hat der 11. Dezember 1999 nicht verändert. Die Türkei hingegen schon. Bevor an diesem Tag in Helsinki die Sonne über den europäischen Oberhäuptern unterging, hatte der deutsche Kanzler Gerhard Schröder seinen französischen Freund Jacques Chirac und somit die EU-15 überredet, der Türkei den Kandidatenstatus zu verleihen.

Bald acht Jahre danach scheint das Land am Bosporus auf den ersten Blick nach wie vor ein klarer Fall zu sein: Männer züchtigen, jenseits von Reue und diesseits der Regeln, ihre Frauen; ein repressiver Staatsapparat unterdrückt ethnische, sexuelle und religiöse Minderheiten; kurdische und islamistische Extremisten zündeln an eben diesem Apparat.

Doch der Schein trügt. Wer genauer hinsieht, stößt auf ein Gemeinwesen, reich an zivilen Biotopen, in denen es rumort und gärt, auf eine Gesellschaft,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige