Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

Geschichte im Fernsehen, da kriegst du als Kind der Siebziger gleich Angst: Hugo Portisch reitet wieder! Aber was der amerikanische Klasse-Sender HBO jetzt mit "Rom" (Mi, 21.50 Uhr, ORF 1) auf den Markt bringt, hat nichts mit den üblichen faden Geschichtsnacherzählungen oder billigen History-Formaten zu tun. HBO ist ein renommierter Bezahlsender, der nicht nur das nötige Geld für spannende Serien hat, sondern auch unabhängig von den üblichen Regeln im amerikanischen TV-Gechäft agiert - siehe HBOs Vorzeigeprodukte "Die Sopranos", "Six Feet Under" oder "Sex and the City". Die neue Saga über den legendären Mittelpunkt des römischen Reiches besticht mit Faktentreue: Rom ist nicht nur glamourös, heroisch und degeneriert, sondern auch dreckig, finster und armselig. Julius Caesar ist keine mythische Figur, sondern ein geplagter Feldherr mit gemeinen Freunden. Mark Anton ist das, was man heute einen Prolo nennt, und die Patrizierfamilien der Stadt blicken herrlich gehässig auf die Aufsteiger aus dem Volk herab. Dazwischen nackte Busen und Blutbäder - schicke, leichte Unterhaltung.


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