Yoga mit Scelsi

Die Musiker bieten als Nächstes Kostproben vorbereiteter Stücke, virtuos alle - etwa "Okanagon" für ein Trio aus Harfe, Kontrabass und Schlagzeug, ein heißes "Pezzo" für Trompete, Solomusik für Klavier, Cello (Benedikt Leitner wird in Salzburg bis zu sieben jeweils anders gestimmte Celli benötigen). Das Gitarrenstück "Ko-Tha" (vom Schlagzeuger Lukas Schiske gespielt) entführt ein bisschen ins Entstehungsjahr 1967, wo auf jedem Balkon in Rom sandalentragende Bürgersöhne auf Gitarre und Bongos klampften, damals so etwas wie ein ständiges akustisches Environment - besonders auch in den besseren und daher sonst ruhigen Gegenden.

Kultur | Heinz Rögl | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

FESTIVAL Der Schweizer Regisseur Christoph Marthaler bereitet mit dem Klangforum Wien für die Salzburger Festspiele einen Abend zu Giacinto Scelsi vor. Der "Falter" war bei der ersten Besprechung dabei.

Wien 5, Diehlgasse, früher Nachmittag. Am Haustor des Klangforum-Hauptquartiers großer Bahnhof, truppweise kommen die Marthaler-Schauspieler angeschlendert. Olivia Grigolli, Katja Kolm, Bettina Stucky, Josef Ostendorf, Graham F. Valentine und alle anderen treffen auf die wartenden Musiker, es gibt Hallos, Umarmungen, man kennt einander ja meist von früher. Jeder begrüßt jeden, auch der Schweizer Theaterpoet - aus Paris kommend - tut desgleichen, aufgeräumt, offen, freundlich und herzlich zu allen. "Wie viele geschüttelte Hände plus Umarmungen da wohl zusammenkommen?", sinniert er über das Ritual. Eigentlich vielleicht schon eine erste Szene. Wie im Pariser Palais Garnier, wo Marthaler gerade Verdis "La traviata" inszeniert hat: Im Festbild des ersten Aktes wird ein Garderobier so


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