Buch der Stunde

Mitten im Leben

Kultur | Martina Nussbaumer | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

Genug gejammert! Geht es nach dem Philosophen Ludger Heidbrink und dem Soziologen Harald Welzer, so haben die Geisteswissenschaften in den letzten Jahren viel zu viel Energie damit verschwendet, sich in die eigene Krise hineinzureden. Erneuerung tue not - sei doch angesichts der gesellschaftlichen Umwälzungen der Gegenwart die kritische Kompetenz der Geisteswissenschaften gefragter denn je.

Doch wie lässt sich ihre Lage angesichts einer Hochschulpolitik, die immer stärker auf ökonomische Verwertbarkeit setzt, verbessern? Heidbrink und Welzer haben 35 Wissenschaftler gebeten, einen kritischen Blick auf die eigene Disziplin zu werfen und eine Programmatik für eine Neuorientierung zu entwickeln. Wissenschaftler, die "mitten im Leben und im Beruf" stehen, wie der Klappentext betont. Wer das Ende der Bescheidenheit verkündet - und dazu gibt es, wie viele der kurzen mehr oder weniger pointierten Beiträge beweisen, allen Grund -, könnte auf solche defensiven Legitimationsstrategien getrost


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