Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

Il Corsaro Mit Logik steht man bei Opern des italienischen Belcanto auf verlorenem Posten. Das ist nichts für den Kopf, aber alles fürs Herz. Nicht anders in Giuseppe Verdis Frühwerk "Il Corsaro", einer Geschichte tragischer Liebe in kriegerischen Zeiten. Es ist der Opernwerkstatt Wien zu danken, dass dieses Werk erstmals in Wien zu sehen ist - im Hof der Roßauer Kaserne, als sommerliches Freiluftvergnügen. "Il Corsaro" erweist sich als Reihe berührender wie mitreißender Musiknummern, ist anspruchsvoll für Sänger und Orchester und kurzweilig für das Publikum, also eine echte Empfehlung für die großen Opernhäuser. Stephan Bruckmeier inszeniert unauffällig und arbeitet mit einem Bewegungschor Langzeitarbeitsloser, die ob ihrer Spielfreude zu Recht alle Sympathien auf ihrer Seite haben. Das Orchester erzielt unter Tiziano Duca bemerkenswerte Qualität, und im Zusammenspiel mit dem überragenden Bariton Ivan Inverardi erhitzt sich der Abend zu fast Veroneser Italianitá.

Andreas


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