Rieu ne va plus

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

CITY Am Samstag gab der belgische Geiger André Rieu mitten in Wien ein Konzert. Was kostet es eigentlich, den Michaelerplatz zu mieten?

Remmidemmi am Absperrgitter. Eine Passantin der eleganteren Art benutzt sehr unelegante Worte, um ihrem Ärger Luft zu machen. Von wegen künstlerischer Qualität und überhaupt müsse sie seit Tagen einen Umweg machen wegen dieses Stehgeigers. Der junge Sicherheitsmann am Zaun bleibt gelassen, Touristen auf Rädern verursachen einen Stau und staunen, Menschen auf dem Weg zur Arbeit schimpfen. Eine Woche lang, von Montag bis Montag, ging nichts mehr am Michaelerplatz, der war Großbaustelle. Römische Ausgrabungen wurden mit einer Stahlkonstruktion überplattet, Kandelaber abmontiert und durch hohe Lichtmasten ersetzt, eine leistungsstarke Tonanlage wurde installiert. Arbeiter adaptierten sechs Tage lang den Platz zwischen Kohlmarkt und Hofburg zur Konzerthalle unter freiem Himmel, und am Samstag spielte André Rieu mit seinem Orchester vor 3000 zahlenden


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