Des Kaisers neue Therme

Politik | Donja Noormofidi und Wolfgang Kühnelt | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

THERMEN Millionenbeträge fließen vom Land in immer neue Thermenexperimente, obwohl der Markt längst gesättigt ist. Wie in der Steiermark aus Gold heißes Wasser gemacht wird.

Johann Straner nennt sich einen "ewig optimistisch denkenden Menschen" - das muss er auch sein, sonst würden dem SPÖ-Bürgermeister der obersteirischen Gemeinde Fohnsdorf vielleicht gelegentlich Zweifel bezüglich seines Lieblingsprojekts kommen. "Aqualux" steht in orange-blauer Schrift an der Wand seines Büros. Was klingt wie ein neues Duschbad, ist Straners einzige Hoffnung, Fohnsdorf wieder auf die Beine zu helfen. "Aqualux", die "Therme des Lichts", soll - wenn es nach Bürgermeister Straner geht - jährlich von 220.000 Leuten besucht werden und der Region neuen Schwung verleihen. Fohnsdorf hat es nötig: Die Stadt, die bis Ende der Siebzigerjahre vom Kohlebergbau lebte, prägen heute leere Auslagen, ein paar antiquierte Bäckereien und ein schmuckloser Stadtkern. Mit Jobs für Jugendliche sieht es schlecht

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