Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 29/07 vom 18.07.2007

SCHWITZEN Achtzehn, neunzehn, zwanzig. Der Franz hat kleine Bleistiftstricherln am Notizblock gmacht. Ein Stricherl für jede Schweißperle, die ihm von der Nasen auf den Schreibtisch tropft ist. Zweihundertsieben, zweihundertachtunddreißig. Zu Mittag ist der Franz mit Stricherlmachen oft gar nicht nachkommen. Dreihundertsechsunddreißig. Der Stress hat ihm noch mehr Schweiß auf die Stirn trieben. Um eins hat er das Hemd auszogen, um zwei die Magnesiumtabletten gschluckt, um drei die Socken zum Trocknen ans Fenster gstellt. Und um vier war der erste Alarm: Wasserrohrbruch! Wie der Hausmeister nachschauen kommen ist, ist der Franz in Unterhosen wie tot auf seinem Drehsessel ghängt. Am Boden ein See aus Schweiß und Tränen. Leise gejammert: Achthundertdreißig, der Franz war fleißig, achthundertdreißig und zwei, hitzefrei.


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