Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

Auch vor 20 Jahren redete man über Abfangjäger. Aber damals war alles ganz ganz anders. Im Falter schrieb Christoph Parnreiter unter dem Titel "Die Verlandung der Draken" einen Text darüber, "wie aus der sicherheitspolitischen eine rechtliche Frage und aus dem gesamtösterreichischen Widerstand eine kommunalpolitische Angelegenheit wurde." Das ging so:

"Der erste Draken ist, generalüberholt, neu gestrichen und mit dem Bundesheerabzeichen versehen, in das Eigentum der Republik Österreich übergegangen. Vorerst in Schweden stationiert, kann er seinen luftraumüberwachenden Sicherheitsbeitrag zwar noch nicht leisten, aber immerhin: Wir haben einen Draken! Und wenn das russische Roulette entschieden hat, ob Graz, Zeltweg oder Linz-Hörsching zum Handkuss kommt, wird Österreich aufhören, eine Bananenrepublik zu sein. Vor allem wäre dann endgültig Schluss mit der leidigen Diskutiererei über eine Angelegenheit, die nun schon zwölf Jahre die Öffentlichkeit beschäftigt, und, was noch schlimmer ist, immer als unerledigt beiseite geschoben werden musste. Grund für die Handlungsunfähigkeit von Landesverteidigungsräten und Regierungen war die Uneinigkeit in der Typenwahl. Die SPÖ bevorzugte schwedische oder französische, die ÖVP, in damals noch ungetrübter Liebe zu den USA, Nato-Modelle.

Während Abfangjägergegner/innen schon hofften, dass aus, aufgeschoben' letztlich, aufgehoben' würde, einigten sich die Landesverteidiger doch noch. (…) Nur: mit der Drakenentscheidung kam die Regierung vom Regen in die Traufe. Breiter Widerstand formierte sich, 70 Prozent der Bevölkerung lehnten den Kauf ab, einerseits aus grundsätzlichen Überlegungen (Sozialpolitik statt Aufrüstung, keine Militarisierung der Gesellschaft, keine Anpassung an Nato-Konzepte), andererseits, weil der Draken doch nur, fliegender Schrott' sei."


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige