Blitze und Bomben

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Mitfühlende Paparazzi und friedliche Bombenbastler - das Neueste vom österreichischen Boulevard.

Erinnern Sie sich an Natascha Kampusch? Genau, an jenes jahrelang von ihrem Peiniger gefangen gehaltene Mädchen, das sich selbst unter dem Einfluss von Qualitätsmedien ein Deutsch beibrachte, das weniger qualitätvolle Medien zum Staunen brachte. Frau Kampusch sprach ihr Deutsch öffentlich erstmals im ORF. Dorthin war sie gekommen, weil sie mediale Beschützer hatte, Psychotherapeuten, Anwälte, P.-R.-Profis. Deren Strategie bestand darin, Frau Kampusch einigen jener Bestien vorzuwerfen, die am lautesten nach ihr brüllten, um diese und den Rest der Bestien ruhigzustellen.

Krone samt WAZ und News samt Bertelsmann, der Mediamil-Komplex wie er leibt und lebt, schnappten zu und verleibten sich im Bund mit dem ORF und RTL den Fall Natascha ein. Im Fernsehen erschien Frau Kampusch nicht, wie ursprünglich geplant, verdeckt, sondern mit unbedecktem Gesicht. Die Zeitungen


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