Krieg der Diplomaten


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

AUSLAND Drohgesten nach außen können im Inneren die Position des Machthabers stabilisieren. Putin wie Brown profitieren davon.

Nach dem schockartigen Zusammenbruch der Sowjetunion hat Wladimir Putin Russland zweifelsohne die von großen Teilen der Bevölkerung ersehnte Stabilität gebracht. Die Durchschnittsbürger spüren die Folgen der wirtschaftlichen Erholung, während die sprudelnden Einnahmen aus Öl und Gas den anhaltenden Boom für die oberen Zehntausend nähren. An die Stelle des Chaos zahlreicher miteinander im Widerstreit stehender Entscheidungsträger ist die ordnende Hand des Kremls getreten. Aber mit den Präsidentschaftswahlen 2008 rückt die größte Schwäche des Systems ins Zentrum: die ungeklärte Nachfolgefrage macht Russland unberechenbar.

Niemand kann sich vorstellen, dass es tatsächlich einen Rückzug Putins von den Hebeln der Macht geben wird. Von einer plötzlichen Verfassungsänderung, die dem russischen Präsidenten neue Amtszeiten bescheren würde, über gefinkelte

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