Schuld und Bühne

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

BAWAG "Wir haben es für die Bank getan." Helmut Elsners Mitarbeiter erzählen über ihr Leben - und kämpfen vor Gericht um ihre Freiheit. Mit Argumenten, die man nicht einfach vom Tisch wischen kann.

Es ist Donnerstag, der vierte Prozesstag. Die Hitze drückt im marmornen Schwurgerichtssaal des Wiener Landesgerichts. Die Richterbank wirkt wie eine Bühne. Sogar eine Galerie gibt es hier. Helmut Elsner, der gefallene Bawag-General, spricht in ein Funkmikro, das wie ein billiges Radio durch Handys gestört wird. "Wir hören nichts!", rufen die Reporter. In Elsners Nase wird von den Ärzten später ein Plastikschlauch gesteckt, durch den er Sauerstoff aus einer Metallflasche saugt. Er hat den Kragen geöffnet, weil er zu wenig Luft kriegt, wie er sagt.

Elsner will als freier Mann zu diesem Prozess gehen - so wie die anderen acht Angeklagten. Sein Anwalt Wolfgang Schubert hat deshalb schon wieder einen Enthaftungsantrag gestellt. Er suggeriert, dass Elsner nur aufgrund der Medienhatz und eines


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