Anatolien wählt Europa

Politik | Gerald Knaus | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

TÜRKEI Die historischen Wahlen in der Türkei werden das Land weiter modernisieren - Generäle und Islamisten haben das Nachsehen.

Ohrfeige für das Militär", "Erdrutschsieg""Die Zweite Ära Erdogan", "Das Volk sagt AKP". Das sind die Schlagzeilen der türkischen und internationalen Presse nach dem Urnengang. 42 Millionen Türken gaben zwischen Ägäis und iranischer Grenze am vergangenen Sonntag ihre Stimme ab. Dass es dabei ruhig blieb, trotz aufgeheizter Stimmung niemand an der Rechtmäßigkeit der Wahlen zweifelte, war schon ein kleiner Sieg für die Demokratie. Vor dem Wahltag war von einer historischen Entscheidung die Rede, dementsprechend hoch war die Wahlbeteiligung. Und tatsächlich führten die Wahlen zu einem historischen Ergebnis.

Die AKP von Premierminister Recep Tayyip Erdogan, vom türkischen Militär gewarnt und von der nationalistischen Opposition scharf angegriffen, hatte die Flucht nach vorne angetreten und vorgezogene Neuwahlen abgehalten. Das Kalkül ging auf: Die


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