Franzobels "Zipf"

Als die Hölle ins Dorf kam

Kultur | Bettina Hagen | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

Als gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in entlegenen Gebieten Stollen und Bunker gegraben wurden, um dort unter anderem Raketenantriebssysteme zu testen, bedeutete dies den Einbruch der NS-Macht- und Vernichtungsmaschinerie in bislang beschauliche Gegenden, so geschehen im Bierbrauerdorf Redl-Zipf unweit Mauthausen. Das ausgebrannte Skelett eines Kohlebrechers im oberösterreichischen Dorf Kohlgrube bei Wolfsegg am Hausruck ist nach dem 1934-Drama "Hunt" (2005/06) erneut Bühnenbild und authentisch wirkender Schauplatz für ein Stück regionale Zeitgeschichte, Mahnmal und luftige Sommertheaterkulisse zugleich. Die Umsetzung des Franzobel Textes "Zipf oder Die dunkle Seite des Mondes" in der Regie von Georg Schmiedleitner erfüllt ihre Zwecke, die von Geschichtsunterricht der unangenehmeren, weil persönlichen Art bis hin zu amüsanter Kurzweil und imposantem Theaterdonner reichen. Während sich Satzfetzen wie "Der hübscheste Mensch zwischen Küche und Klo" zur Beschreibung und Charakterisierung


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