Jetzt mal langsam!

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

ESSEN & TRINKEN Die internationale Organisation Slow Food und ihre 80.000 Mitglieder wollen die Welt retten - auf die genüssliche Art. In Wien beginnen sie mit einem Radieschen.

Damals, im Jahr 1986, war der Begriff der Globalisierung noch nicht erfunden. José Bové, später einflussreicher Agrarrebell in Frankreich, züchtete im Süden seines Landes noch friedlich Schafe, und die Mittelstreckenraketen rechts und links des Eisernen Vorhangs wirkten insgesamt bedrohlicher als genmanipuliertes Soja oder mit Tiermehl gefütterte Rinder. Der Gedanke, dass Essen ein politischer Akt sein könne, wirkte bizarr, kleine Einheiten, nachhaltige Bewirtschaftung, regionale Geschmacksidentität? Davon war noch keine Rede.

Aber in Rom, wo die Esswelt sowieso immer in Ordnung war, schickte sich McDonald's gerade an, neben der spanischen Treppe eine Filiale zu eröffnen. Das konnten sich die Redakteure der linken Tageszeitung Il Manifesto definitiv nicht gefallen lassen. "Gambero Rosso", die Gourmetbeilage


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