Asyl in Alu

Stadtleben | Tex Rubinowitz | aus FALTER 30/07 vom 25.07.2007

RENDEZ-TEX (2) Unser Autor trifft diesmal Frank Baumann, den Schrankmenschen aus der Sendung "Willkommen Österreich".

Frank Baumann geht's nicht gut. Er sieht unglücklich aus, verzagt, sein Gesicht blass wie die Nacht. Seit 22 Jahren sitzt er in einem engen, mit Aluminiumfolie ausgeschlagenen Kleiderschrank, weil ihm alles zu viel wurde. Die Haare (Ziegenhaare!), das Amalgam, die Strahlen, Mikroorganismen, ein ganzer Kartoffelsack an Allergien hätten sich gezeitigt, daraus hagelkorngroße, hagebuttenfarbige Ekzeme ergeben. Dann der Lärm, die Menschen, ihr Egoismus, das Essen, Tätowierungen, die Rücksichtslosigkeit, die "gemeingefährlichen" Orgasmen. Eins kam zum anderen, deshalb ging er in die "innere Emigration", zog sich zurück wie der Eremit am Hindukusch.

Dass es Frank Baumann nicht gutgeht, liegt daran, dass seit ein paar Wochen immer mal wieder jemand seine Tür öffnet und ihn "verhört", wie er verbittert sagt. Man belästigt ihn, das würde sein ganzes mühsam aufgebautes


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