Vorwort

Žižek!

aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

Zwischen der Steiermark und Slowenien ist alles in Ordnung. Immer schon gewesen, zumindest die letzten fünfzig Jahre. Man grenzt aneinander, beschwört dieses Aneinandergrenzen als fruchtbare Nachbarschaft in einem gemeinsamen Europa, pflegt Städtepartnerschaften von Bürgermeister zu Bürgermeister, besucht einander auf Bürgerebene gelegentlich zum Möbeleinkaufen oder Fischessen. Und ist sonst gar nicht unfroh darüber, dass die Zeiten, als man einander - im Glück wie im Unglück - noch tiefer verbunden war, lange vorbei und vergessen sind. Auch wenn Kulturschaffende regelmäßig das Potenzial des "Trigon-Raumes" in Erinnerung rufen und Politiker die Chancen der "Zukunftsregion Südost". Da war immer schon mehr Rhetorik als Aktion dabei.

Und dann kam Žižek, Viktor Žižek. Der Notar im Ruhestand, 72, hat letzte Woche mit einer harten Geste daran erinnert, dass eine Grenze immer noch eine Grenze ist. Und dass diese Grenze gar nicht so einfach zu ziehen ist. Denn über 300 Meter verläuft

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