Hundert Jahre Zeit

Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

Prof. Nümmerle geht ins Casino

Mit den Zahlen 3, 14, 18, 20, 37, 45 (6) verdienten sich drei österreichische Lottospieler glatte 523.000 Euro. Für einen Doppeljackpot herzlich wenig, vor allem, wenn man bedenkt, dass das gerade mal das Jahreseinkommen des norwegischen Kronprinzenpaars deckt, das sich dafür aber immerhin um Renovierungsarbeiten am Schloss kümmern sollte. Hätten die drei die Forschung des Instituts für Statistik und Operations Research, Graz, beherzigt, hätten sie womöglich einen besseren Tipp abgegeben und niemand hätte sich den Gewinn teilen müssen: Geht man mit den Mathematikern davon aus, dass gut 15.000 Spieler dabei waren, ist die Häufigkeit des Tipps (dreimal) nämlich 1702-mal so hoch wie der statistische Durchschnitt. Das liegt daran, dass alle ihre Kreuzerln, bewusst oder unbewusst, nach bestimmten Schemata setzen und so ihren Gewinn verkleinern. Derartigen Spielchen haben wir es auch zu verdanken, dass Graz endlich in Walt Disneys Lustigen Taschenbüchern Erwähnung findet. In "Absolute Traumzahlen" (Enten Edition, "Donald, der Pechvogel") hat sich Donald in den Kopf gesetzt, durch übermäßiges Fressen seine Glückszahlen zu halluzinieren, worauf er in ein Magenheilsanatorium muss, wo er den Mathematiker Prof. Nümmerle trifft (der ein todsicheres System entwickelt hat, aber nicht anwendet). Der ist magenkrank geworden, weil es bei den Kongressen in Graz immer so viel Sachertorte gibt. Mit Casino-Mitgliedskarte gibt's die übrigens um zehn Prozent billiger.


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