Alleine gegen das Geld

Vorwort | Florian Klenk | aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

JUSTIZ Auch der Fall Bawag zeigt: Österreichs Korruptionsermittler brauchen richtige Unabhängigkeit und mehr Personal

Braucht Österreich eine Antikorruptionstruppe? Bawag-Ankläger Georg Krakow könnte Auskunft geben. Doch der schwitzt in seinem dicken Wolltalar im schwülen Schwurgerichtssaal. Vor ihm plagen Helmut Elsner erste Erinnerungslücken, daneben lauert eine Armada von 15 hochbezahlten Strafverteidigern auf einen Fehler des Staatsanwalts. Vergebens. Krakow machte in den ersten Wochen des Prozesses erstaunlich gute Figur. Er kennt den 10.000 Seiten starken Akt, er führt die schwierigsten bankrechtlichen Kreuzverhöre durch und versucht, einst hochangesehene Bankmanager als Milliardenbetrüger zu entlarven.

Krakow ist eine Ausnahmeerscheinung. In Wahrheit müsste er längst verzweifelt zusammenpacken. Die Korruptionsspezialisten in der Staatsanwaltschaft sind nämlich überlastet, politischen Wünschen ausgesetzt und obendrein die am schlechtesten bezahlten Wirtschaftsspezialisten


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