Fernsehen

Medien | aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

Menschen über dreißig mit kindlichem Gemüt, denen nichts zu peinlich ist, haben jetzt wieder was zu schauen: "O.C., California" (So, Pro7,12.45 Uhr). Ein Teenagerdrama, das tatsächlich die soziale Frage aufwirft. Unterschichtbub Ryan, auf Bewährung verurteilt, wird von asozialer Mutter rausgeworfen und von reicher Samariterfamilie in der Schnöselgemeinde Orange County aufgenommen. Soziale Spannungen, bittere Klassenunterschiede, trauriges Außenseitertum in der Privatschule - anfangs ist es zum Heulen. Aber Ryan packt den sozialen Aufstieg durch Adoption. Und muss dann in der neuen Familie feststellen, dass auch reiche Menschen Sorgen haben. Die Mama ist bezaubernd, trinkt aber wie ein Fisch, Entzug und diverse Rückfälle inklusive; der Bruder ist ein nerviger Neurotiker; der Papa hat ein unkontrolliertes Helfer-Syndrom; die süße Freundin leidet unter dekorativen Depressionen, macht mit Surfer-Prolos rum und stirbt am Ende von Staffel 3 in Ryans Armen, am Straßenrand. Nach diesem Todesfall ist mit weiteren traumatischen Ereignissen unter der Sonne Kaliforniens zu rechnen. Amüsant.

Julia Ortner


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