Presseschau

Medien | aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

Im Sinne ganzheitlicher Leserbetreuung veröffentlichte die Kronen Zeitung am Wochenende in ihrem fünfseitigen Special über jenen serbischen Amokläufer, der als Gastarbeiter in Österreich lebte, nicht nur halbseitige Fotos der getöteten, teils minderjährigen Opfer (siehe auch Seite 15), das Blatt bot auch den psychologischen Überbau für das Drama: Amokläufer seien fast immer Männer, meist arbeitslos, "und überdurchschnittlich häufig handelt es sich bei den Tätern um Migranten". Das hat natürlich einen Grund und der soll den Lesern nicht vorenthalten bleiben: ",Soziale Entwurzelung' nennen das die Fachleute. Die sagen auch, dass diese Auswanderer oft immer, Außerirdische' bleiben - ewig Fremde in einer für sie fremden Welt." Seltsam nur: Gleich neben dieser Analyse druckt die Krone eine Chronologie mit den Namen der letzten großen Amokläufer: 1964, Walter Seifert, Deutschland. 2001 Friedrich Leibacher, Schweiz. 2002, Robert Steinhäuser, Deutschland. Das waren wohl nur Ausnahmen unter den "ewig Fremden in einer für sie fremden Welt".

Nina Horaczek


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