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Kultur | aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

Biografie

Klaus Amann: Robert Musil - Literatur und Politik

"Jeder Dichtererfolg ist ein Zeichen, woraus man auf die Konstitution der Zeit schließen kann." Das sagte Robert Musil, der nicht ganz erfolglos, aber immer in Geldnöten war, in den Dreißigerjahren: einer Zeit von sehr schlechter Konstitution. Klaus Amann, Leiter des Klagenfurter Musil-Instituts und Spezialist für das literarische Leben dieser Zeit, hat nun eine Art politische Biografie Musils geschrieben und diese um Essays, Reden und bisher unveröffentlichte Notizen und Entwürfe aus dem Nachlass ergänzt: ein kompaktes Taschenbuch, nicht unbedingt eine Lektüre fürs Strandbad, aber ein schönes Lehrstück in Sachen Künstlerverantwortung und Zivilcourage.

Hitlers Machtergreifung im Jänner 1933 erlebte Musil in Berlin, im Mai übersiedelte er mit seiner (jüdischen) Frau zurück nach Wien, wo Dollfuß regierte, er kam also "von der Traufe in den Regen" (Amann). Es herrschte "eine Art provinzlerisch-konservativer, im Kleinen


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