Buch der Stunde

Rührt sich was?

Kultur | aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

Die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten", konstatierte Sigmund Freud in "Das Unbehagen in der Kultur". "Glauben wir an das Glück?", fragen sich die Figuren in Arno Geigers Erzählungen und Kurzgeschichten. Sie suchen das Glück - und scheitern. Große Hoffnungen machen sich aber ohnehin nur die wenigsten. Wenn nicht gerade jemand vor Liebe entflammt ist - wobei nicht ganz sicher ist, ob für einen anderen Menschen oder für sich selbst - oder bei einer Versteigerung der ÖBB einen vergessenen Koffer ergattert - und damit ein Stück von einer anderen Biografie -, plätschern die Leben der Figuren in "Anna nicht vergessen" mehr vor sich hin.

"Also, das wär's so ziemlich", lautet der lapidare Titel einer Geschichte, deren Erzähler seine erfolglosen Bemühungen, eine Frau an sich zu binden, resümiert. Irgendwie geht es ja doch immer weiter. Betonung auf "irgendwie". Weil sie den Glauben an ein glückliches Leben verloren haben, führen Geigers


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