Phettbergs Predigtdienst

Ein Haus für Ute Bock

Stadtleben | aus FALTER 31/07 vom 01.08.2007

Wenn Gotty, wie dermaleinst vor dem sagenhaften Ninive stehend, nun vor dem sagenhaften Wien stünde, ob es es leben lassen oder zermalmen soll, würde es Wien wegen der menschlichsten Heldin Wiens, Ute Bock, leben lassen! Weil sich der Wiener Bürgermeister in Bregenz von der Wiener Kulturministerin gefallen lassen musste, wie sie es bezeichnete, nämlich, sie beprotzte uns, Wien sei die "Weltkulturhauptstadt". Das nenne ich beprotzen! Und derweilen knotzt Frau Bock in ihren Kammerl, wo sie keinen Platz mehr findet, wo sie die vielen Leute unterbringen soll, die dringend ein Asyl suchen! Wie hat doch Georg Kreisler Wien seinerseits beprotzt: "Wie schön wäre Wien ohne Wiener!"

Jedenfalls hat Frau Bock mehr Fremde in Wien integriert als alle Amtsstellen miteinander! Indem sie den Neuen, nach Wien Wollenden einen Menschen, also sich, vorstellt, entzünden sich die vielen wirklich für Wien. Und das muss einmal in die Hirne der Leute hinein. Als ich am 29. Juli 1969 nach Wien meinerseits durfte, kam ich aus einer "christlichsozialen" Hochburg Niederösterreichs hier an. Und als ich langsam in Wien mich zu akklimatisieren versuchte, hatte ich über die generelle Herzlosigkeit der Wiener Menschen mich gewundert, weil es immer hieß, sie hätten hier ein "Herz aus Gold", und ich dachte immer: "Lauter Nazis hier in Wien." Die Punkys suchen auch eine freie Hütte, da hab ich ihnen schon einmal 05 beistehen wollen, als sie im AKH-Gelände einen traumhaft vergessenen "Geräteschuppen" fanden, aber die Polizei scharf ist und jeden Besetzungsversuch vereitelte. Kurz zuvor wollten die Punkys, die mein ganzes Herz nach wie vor haben!, besetzen, aber die Polizei vereitelt alles, alles, was nach Besetzung schmeckt. Das Aegidi-Haus hier in Gumpendorf ist nun ein Park, natürlich gut für Kinder und Menschen, aber so wird alles zubetoniert. Kein Freigelände, wo die Natur wuchern könnte. Wien ist immer sturer geworden und "akademischer", und wo sollen die Halbwüchsigen hingehen wixen lernen? Indem alles Wesen Wiens von Menschen, die studiert haben, wie Menschen dezimiert werden können, macht das ganze Leben keinen Spaß mehr.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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