Wo die Milch fließt


Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

GLOBALISIERUNG Jetzt hat der Weltmarkt auch die heimischen Kuhställe erreicht. Milchprodukte werden teurer, weil uns die Chinesen die Milch wegtrinken. Stimmt das überhaupt? Und was hat eigentlich der Bauer davon?

Ökonomisch gesehen ist Bauer Günter Schibich ziemlich unvernünftig: Seine zehn Kühe werden von der Bauernfamilie von Frühling bis Herbst um halb sechs in der Früh nach dem Melken ins Grüne geschickt und abends um 18.30 Uhr wieder zum Melken abgeholt. Die Kälblein tollen währenddessen in einem kleinen Extraauslauf neben dem Bauernhaus herum. Auf künstlich gezüchtete Hochleistungstiere (siehe Kasten) wird verzichtet. Für die Ökoförderung sitzt Schibichs Frau abends über Formularen, in denen sie eintragen muss, wie viele Stunden die Kühe täglich auf der Weide stehen, wie viel Jauche sie produzieren und wie viel Kilogramm Stallmist anfällt. Am kleinen Bauernhof im niederösterreichischen Laaben funktioniert alles noch so naturnah, wie man es aus der Werbung kennt.

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